Salate lassen sich um diese Jahreszeit hervorragend mit frischen Wildkräutern aufpeppen. Dazu bieten sich zum Beispiel Bärlauch, Postelein, Giersch, Löwenzahn und Vogelmiere an. Der Wunderlauch hat sich leider schon wieder zurückgezogen, nachdem die Natur dieses Jahr um drei bis vier Wochen früher dran ist.

Wild sammeln oder ziehen

Die Kräuter sammelt man am besten an Stellen, die nicht direkt an vielbefahrenen Straßen liegen, also in Parks, Gärten und auf Friedhöfen, wenn man in der Stadt wohnt. Sehr gut lassen sich auch Kräuter wie Wegerich, Zitronenmelisse und natürlich Schnittlauch im Balkonkasten ziehen. Gerade die letzten beiden kommen zuverlässig jedes Jahr wieder. Ja, es kann sogar sein, dass die Zitronenmelisse anfängt, sich unkrautartig zu vermehren. Die kleinen Pflänzchen eignen sich umgetopft toll als Mitbringsel, und die Blätter schmecken nicht nur im Salat, sondern eignen sich auch für einen beruhigenden Tee. Überhaupt haben all diese Frühlingsboten nicht nur einen angenehmen Geschmack, sondern sind auch voller wichtiger Stoffe. Und ganz ehrlich: So ein selbstgesammelter Salat schmeckt gleich doppelt so gut! Essbare Blüten verleihen dem ganzen einen besonderen Charme.

Salat mit frischgesammelten Wildkräutern (Bild: Tora von Collani)
Neu ausgetriebene Zitronenmelisse im Balkonkasten (Bild: Tora von Collani).

Nicht zu verachten sind die appetitlichen Pflänzchen aber auch als Suppe. Probiert doch mal eine Kartoffel-Brennnessel-Giersch-Suppe! Man schmeckt die Würze der Kräuter, während die Kartoffeln eine hervorragende Basis für die Konsistenz bilden. Beim Brennnesselsammeln braucht man natürlich Handschuhe, kann sich aber auch gleich ein paar Sträuße zum Trocknen aufhängen. Brennnesseltee ist zwar unter Umständen gewöhnungsbedürftig, es gibt aber kaum einen Tee, dem man mehr positive Wirkung nachsagt.

Wertvolle Inhaltsstoffe

  • Bärlauch: Schwefelverbindungen (Knoblauchgeschmack!) helfen bei der Verdauung, indem sie Galle und Leber aktivieren, und senken Blutdruck und Cholesterinspiegel; wirkt zudem entzündungs- und pilzhemmend
  • Brennnessel: enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und neben Mineralstoffen wie Magnesium und Kalzium auch Eiweiß und Eisen
  • Giersch: enthält Vitamin C, Eisen und Kalium und wirkt pilzhemmend
  • Löwenzahn: unterstützt die Verdauung und wirkt krebshemmend und leberstärkend
  • Postelein, auch Tellerkraut genannt: stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika und wurde von den Indianern geschätzt; enthält Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen, aber wenig Nitrat
  • Schnittlauch: löst dank der Senföle Blähungen und wirkt antibakteriell
  • Vogelmiere: enthält Vitamin C, Eisen und Kalium; wirkt zudem entzündungshemmend und schmerzstillend
  • Wegerich: ist vitaminreich und durch seine Schleimstoffe und antibiotische Wirkung besonders bei Erkältungskrankheiten zu empfehlen
  • Zitronenmelisse: enthält Vitamin C und wirkt aufgrund ihres Rosmarinöls antimikrobiell und antiviral
Bärlauch auf einem Friedhof in Wertheim (Bild: Tora von Collani).

Na, dann – guten Appetit!

Tora von Collani arbeitet als freie Übersetzerin und Lektorin für Deutsch und Englisch. Sie hat 2003 ihr Archäologiestudium abgeschlossen und übersetzt und lektoriert seitdem. Nach einigen Stationen im E-Commerce-Bereich ist sie seit Anfang 2019 selbstständig. Sie interessiert sich für Kräuter, Archäologie, Nachhaltigkeit und Irland.

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